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In
der Wohnung gleech nebenan
wohnte Fr. Grau.
Ich weeß es jenau
wie sie tagtäglich mit Süßem ankam.
„So
lange schon lebt se alleen,
’s ist ’n Jammer!“
Sagt meene Mama,
„doch se findet e’nfach keen’“
Vater, der is’ am maloochen,
irgendwo janz weet,
schuftet wie blöd -
Trotzdem ham mer nix zum koof’n.
Doch
Fr. Grau, sonst eher ganz still
Bietet an,
dat se helfen kann
und öfter mit uns zusamm’ sein will.
Jahrelang
stopft se mit Kuchen.
Dicke Finger,
Süße Dinger.
„Los, Jungchen - musste versuchen.“
Mutter
jeht zum Metzger Mocke
Klopft nebenan
Ob Fr. Grau aufpassen kann
während ich überm Rechnen hocke.
Ruhig
sonst, jetzt eher schrill
Fragt se an,
fängt gleich an,
ob ich nich’ mal was seh’n will?
Und
mit ihren dicken Fingern -
Auf das Hemd,
uneingeschränkt
Zeigt se diese jroßen Dinger.
Doch
früher kommt Mama nach Haus
Fängt an zu zischen
Funkt dazwischen
Stößt Fr. Grau zur Türe raus.
Tja,
mit dem Naschen war’s vorbei
soll sich untersteh’n
mich wiederzuseh’n
Sonst jehe man zur Polizei.
Letztens kreuzte se meenen Weg
und sah weg
mit leisem Schreck
Ich wollte se nur jrüßen
Denn
seh’ ich sie
Vergess’ ich nie:
Dicke Finger
- mit Süßem.
PJMP
2003 |